
Ende der 60er Jahre übernahmen Dr. Hans, Gerhard und Franz Moll, die Enkel des Firmengründers, die Führung des Unternehmens, das damals an der Errichtung der Sportstätten für die olympischen Spiele in München und am Bau großer Abschnitte des S- und U-Bahn-Netzes beteiligt ist – so zum Beispiel der S- und U-Bahnhof unter dem Münchner Marienplatz/Marienhof. Auch in Wien und unter der Alster in Hamburg baute Moll unter schwierigsten technischen Bedingungen am U-Bahn-Netz mit.
Anfang der 70er Jahre knüpfte die Firma Geschäftskontakte nach Saudi-Arabien. Nach dem Bau großer Zementwerke gründete sie die Moll-Arabia Ltd. und errichtete schlüsselfertige Bauten, u.a. fünf Gasturbinen-Kraftwerke und 50 Umspannstationen für die Stromversorgung Saudi-Arabiens.
An nahezu allen großen Projekten der kommenden Jahre, vom Hypo-Hochhaus bis zur Neuen Pinakothek, vom Großflughafen München Franz-Josef-Strauß, den Werkstätten der Bayerischen Staatsoper in Poing und der Hochschule für Film- und Fernsehen in München-Giesing war der Baubetrieb, auch führend in Arbeitsgemeinschaften oder als Generalunternehmer, beteiligt.
Der Verkauf der Bauunternehmung
Ende der 80er Jahre werden die Bauniederlassungen der Leonhard Moll GmbH & Co KG in München, Chemnitz und Frankfurt/Main durch Verselbständigung in eigenständige Bauunternehmen umstrukturiert. 1994 wurde die Baugruppe in die Leonhard Moll AG eingebracht.
Anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums wurden an der Technischen Universität und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Leonhard-Moll-Stiftungen mit einem Stiftungsvermögen von einer Million DM errichtet. Die Stiftungen vergeben jährlich vier Stipendien an osteuropäische und israelische Studierende, die während ihres Aufenthalts in München von Moll betreut werden.
Drei Jahre später, 1997, gab die Leonhard Moll AG ihre Bauaktivitäten an die österreichische Bau Holding AG ab.